Im Rahmen des Unterrichtsthemas „Weimarer Republik“ setzten sich die Teilnehmenden mit den Schicksalen von Menschen auseinander, die während der NS-Zeit verfolgt und größtenteils ermordet wurden. Ausgangspunkt waren die Stolpersteine – das europaweite Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig. In Kleingruppen suchten die Teilnehmenden die Stolpersteine im Stadtgebiet auf, notierten Namen sowie Geburts- und Deportationsdaten und vertieften die Recherchen anschließend im Uelzen Museum. Dort erarbeiteten sie zu den jeweiligen Biografien kurze Präsentationen und stellten die Ergebnisse im Kurs vor. In der gemeinsamen Auswertung wurde deutlich, wie eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind. Die persönlichen Lebensgeschichten machten das historische Geschehen greifbar und zeigten, welche Folgen Ausgrenzung, Entrechtung und antidemokratische Entwicklungen haben können. Viele Teilnehmende beschrieben die Auseinandersetzung mit den individuellen Schicksalen als besonders bewegend. Zugleich wurde herausgearbeitet, dass demokratische Grundwerte Aufmerksamkeit und Engagement brauchen – auch im Alltag.
Der Projekttag ist Teil des Lehrgangs „Mission Schulabschluss – Starte dein nächstes Kapitel!“ der KVHS. „Grundbildung und der Erwerb eines ersten Schulabschlusses sind wichtige Voraussetzungen für Teilhabe – und auch dafür, beruflich Fuß zu fassen“, sagt Jan Philipp Skiba, Geschäftsführer der Kreisvolkshochschule Uelzen/Lüchow-Dannenberg. „Die Förderung von Mission Schulabschluss ist daher sehr sinnvoll: Sie gibt jungen Menschen eine zweite Chance auf einen Abschluss und erleichtert den Weg in Ausbildung oder Arbeit – ich danke den Lehrkräften für ihr Engagement für unsere Teilnehmenden.“
Fachlich begleitet wurde das Projekt von Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm sowie den KVHS-Dozenten Andrea Sittig-Kramer und Rolf Fleischmann.
Die KVHS Uelzen/Lüchow-Dannenberg bietet seit Mitte September 2025 einen Vorbereitungslehrgang zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses an. Die Maßnahme läuft bis Ende Juni 2026, umfasst Unterricht an fünf Vormittagen pro Woche und ist auf maximal 15 Teilnehmende ausgelegt.
Förderung: Das Angebot wird über die NBank im Förderprogramm „Grundbildung bei Erwachsenen“ unterstützt. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) sowie des Landes Niedersachsen.


